Direkt zum Hauptbereich

Move to Miami

Wie Ford das autonome Fahren revolutionieren will


Bisher wurde an dieser Stelle hauptsächlich berichtet, welche Pläne die deutschen Autohersteller zum Thema autonomes Fahren so auf der Agenda haben. Einen ganz anderen Ansatz aber fährt im wahrsten Sinne des Wortes der amerikanische Autohersteller Ford, dessen Deutschlandchef erst jüngst zum Vorsitzenden des Verbands Deutscher Automobilunternehmen gekürt wurde. Dies zeigt auch, welch ein großer Player die Fahrzeugbauer aus Michigan selbst hierzulande sind. Insgesamt stehen sie auf Platz fünf der größten Automobilunternehmen weltweit. Nicht zuletzt haben sie das einst durch den Gründer Henry Ford geschafft, der die Fließbandarbeit zum Alltag in großen Fabriken werden lies und somit den Grundstein für ein erfolgreiches Unternehmen legte. 
Bisher sind die Amerikaner auch ohne Abgasmanipulation weiter auf dieser Erfolgsschiene gefahren, die sie jetzt, mit ihrem Projekt für einen Lieferdienst, welcher mit autonom fahrenden Autos funktionieren soll, fortsetzten wollen.
In Miami, im US-Bundesstaat Florida, beginnt nun die Probephase mit den umgebauten Ford-Transit-Vans. Anfangs soll aus Sicherheitsgründen noch ein Mensch hinterm Steuer mitfahren, schon bald könnte das Auto dann aber ganz ohne menschliche Kontrolle auskommen. Die Lieferungen werden in abgeschlossenen Boxen verstaut, welche dann durch einen Code vom*von der Verbraucher*in geöffnet werden können. Wenn das Fahrzeug vor dem Haus angekommen ist, erhalten diese eine Nachricht auf ihr mobiles Endgerät und die Abholung kann ganz einfach am Straßenrand erfolgen. 
Die bereits auf der CES vorgestellte Idee ist eine Kooperation mit dem Liefer- und Kurierdienst Postmates und über 70 weiteren lokalen Firmen. In Zukunft sollen die autonomen Fahrangebote auch zur Vernetzung mit dem ÖPNV und Robotertaxis dienen. 
Ob sich die Technik durchsetzt und Ford sein Ziel als führendes Unternehmen in diesem Segment erreicht, hängt auch davon ab, wie sehr sich die heimischen Autobauer von Opel, Daimler und Co beeilen. Der Wettlauf um die zukunftsfähigste Technik hat gerade erst angefangen. 

Quelle: https://www.wired.de/collection/tech/ford-laesst-autonome-fahrzeuge-essen-ausliefern; Foto: www.wikipedia.org

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Weil Rot nicht immer Stillstand heißt.

Positionen anderer LINKEN-Politiker*innen zum Dieselskandal.

Eine Enteignung der Dieselfahrzeugbesitzer*innen findet Sarah Wagenknecht den Skandal. Sie sieht den Schutz des Eigentums missachtet und fürchtet eine Schadenssumme von 15 Milliarden Euro für die Betroffenen. "Es kann nicht sein, dass Millionen Verbraucher jetzt auf den Klageweg verwiesen werden, um individuell (oder allenfalls per Sammelklage) ihr Recht durchzusetzen", meint die Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Bundestag dann weiter. Wurzel des Übels sei die Verstrickung von Politik und Wirtschaft, welche sich unter anderem durch Großspenden von Autokonzernen an Parteien wie CDU und SPD ausdrückt, welche dann wiederum mit politischen Gefälligkeiten antworten. Eklatante Beispiele sieht sie in Stephan Weil, welcher Regierungserklärungen von VW Gegenchecken lässt, oder den fluiden Wechsel zwischen Politik und Wirtschaft, welchen sie gerne mit einer Sperre von drei Jahren nach Ende des Mandats oder der Amtsträgerscha…

Wer nicht will der hat schon

Ein Modell, das es eigentlich schon mal gab, könnte jetzt den motorisierten Individualverkehr revolutionieren.
 Bereits 6500 Reservierungen liegen für die Neukonzeption des einstigen BMW Erfolgsmodells Isetta vor, der sich in neuem Gewand Microlino nennt. Alleine 500 Bestellungen gingen auf dem Genfer Autosalon ein, obwohl kurz vorher der Prototyp vom Gabelstapler gefallen war und sich von einer Seite völlig demoliert zeigte. Die Tüftler um Vater Wim Ouboter ließen sich davon jedoch nicht beirren ("Shit Happens" stand an der zerstörten Front), auch wenn der Stromer eigentlich nur als Werbegag gedacht war. Beheimatet ist Wim nämlich in der Produktion von E-Tretrollern.
Doch der deutsche Autokonzern aus München winkte ab, als er das Angebot bekam den E-Flitzer in sein Programm aufzunehmen, obwohl der Isetta den bayrischen Autobauer einst vor dem Ruin rettete. Anfang der 50er nämlich gerieten die Münchner in eine existenzielle Krise. Das Werk in Eisenach war an die Russen gef…

Leipzig voll auf E

Die sächsische Metropole im Elektro-Rausch.
Die Veränderung im Fahrzeugmarkt zeigt sich hier an allen Ecken und Enden. Erst kürzlich stellte die Stadtverwaltung ihren kompletten Fuhrpark auf elektrisch betriebene Fahrzeuge um und setzte damit als eine der ersten in Deutschland eine Marke.  Die Ladeinfrastruktur wird durch den kommunalen Stromversorger stetig ausgebaut und auch andere Anbieter ziehen nach. Problematisch sind aber noch die häufigen Defekte der Stromtankstellen und die fehlende Investition in die Fläche, also auch die Abdeckung der nicht-innerstädtischen Bezirke.  Auch Autoverleiher gibt es viele in der Messestadt, doch ein Start-Up, gegründet 2016, sticht besonders hervor, denn es ist der erste Vermieter für Fahrzeuge, welcher ausschließlich auf Elektro setzt. Strominator vermietet alles vom E-Smart bis zum Luxus Tesla, die Geschäfte so Gründer Stefan Moeller laufen gut und die Nachfrage wachse stetig. Günstig ist das alles aber noch nicht wirklich, zumindest wenn man …