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Posts

Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Wie die Autoindustrie das Rohstoff-Problem für E-Auto-Batterien angehen muss.

Was haben LiMn2O4, LiFePO4 und LiMO2 gemeinsam? Die Antwort lautet, bei allen drei Begriffen handelt es sich um Typen der Lithium-Ionen Batterie, dass Herzstück eines jeden Elektromobils, wenn man so will. Hier wird die Energie, welche für den Betrieb des Fahrzeugs nötig ist, gespeichert und abgegeben, indem sich vereinfacht gesagt, Elektronen durch eine Elektrolytflüssigkeit von der Anode zur Kathode bewegen. Dabei hat sie viele Vorteile, die sofort ins Auge stechen, ihre Lebensdauer ist im Vergleich zu anderen Speichermedien überdurchschnittlich hoch, außerdem verliert sie bei Teilent- und aufladungen kaum an Speicherkraft. Ihr Energiespeicher ist für den Platz, den eine solche Batterie braucht, sehr hoch und die Energieentladung kann langsam erfolgen. Dennoch, die Lithium-Ionen-Batterie ist kein Allheilmittel, denn die Rohstoffe, welche für die Fertigung benötigt werden, bringen zahlreiche Probleme mit s…

Alles klar Herr Kommissar

Die Kommission tut zu wenig, um den Anforderungen an eine verbraucher*innenfreundliche Automobilgesetzgebung gerecht zu werden.
Nach geraumer Zeit des Wartens traf nun die schriftliche Antwort der Industriekommissarin Bienkowska auf die Frage nach den von der Kommission ergriffenen Maßnahmen im Zuge der Empfehlungen des EMIS-Untersuchungsausschusses von 2017 ein.  Cornelia Ernst (DIE LINKE), Mitglied im Europäischen Parlament, Sprecherin der deutschen Delegation in der Fraktion GUE/NGL und  einst selbst Mitglied im "Dieselgateausschuss", wollte außerdem wissen, ob es ein von der Generaldirektion erarbeitetes Strategiepapier gibt, nach welchem sich die von der Kommissarin getroffenen Maßnahmen und Entscheidungen richten.  Die Antwort der Polin fiel eher mäßig aus, so beschwor sie in ihren Einlassungen zwar den guten Willen der Kommission proaktiv zu handeln, ein wirklicher roter Faden lies sich dahinter aber nicht erkennen. So verwies sie vor allem auf zwei Gesetzgebungsverfa…

Bling Bling an der Lieferkette

Wie die Autohersteller für mehr Nachhaltigkeit in den Zulieferbetrieben sorgen wollen.




An manchen Tagen wundert man sich doch sehr über die nationale und internationale Autoindustrie, schafft sie es in den eigenen Reihen nicht einmal sich an geltendes Recht zu halten, so ist sie bei den Standards bezüglich ihrer Zulieferer umso strikter und geht mit Selbstverpflichtungen und Branchenvereinbarungen deutlich über die vom Gesetzgeber geforderten Maßgaben hinaus. Ein besonders prägnantes Beispiel in diesem Kontext bildet die "DRIVE Sustainability Initiative".
Mit ihr haben sich vor ungefähr sechs Jahren zehn große Fahrzeughersteller dazu bekannt, nur noch Zulieferbetriebe zu verpflichten, welche sich an von der Initiative vorgegebene Standards im Bereich Umwelt, Soziales und Ethik halten. So gibt es z.B. Richtlinien, die den Abbau von Rohmaterialen regeln und Punkte wie Arbeitssicherheit und Reduktion von giftigen Dämpfen umfassen.
Die Regeln von DRIVE sollen dabei die bereits …

Endlich wieder Blau sein!

Ein Appell für Europa

Normalerweise berichten wir an dieser Stelle über allerlei Facetten des sogenannten Diesel-Skandals und seiner Schatten, doch muss man sich fragen, ob es überhaupt noch einen Sinn hat solche und andere Probleme aus einer Europäischen Perspektive zu betrachten, vielleicht liegt ja die Lösung, wie es von vielen Personen und Gruppierungen heutzutage wieder beschworen wird, im nationalen. Begeben wir uns also auf eine kleine Spurensuche, ob die EU, wie sie heute existiert noch zu retten ist oder nicht.
Am logischsten lässt sich diese Frage aus der Perspektive des Demokratiezustandes der Union betrachten. Einen leichten Stand hatte die Europäische Union in ihrer nunmehr 70 Jahre währenden Entwicklungsgeschichte nie. Landläufig heißt es auch: „Die EU könnte nie selbst Mitglied in der Europäischen Union sein.“. Ein Punkt auf den sich die Gegner*innen des größten internationalen Gemeinschaftsprojektes stets berufen, ist die fehlende demokratische Legitimation der Regier…

Wer nicht will der hat schon

Ein Modell, das es eigentlich schon mal gab, könnte jetzt den motorisierten Individualverkehr revolutionieren.
 Bereits 6500 Reservierungen liegen für die Neukonzeption des einstigen BMW Erfolgsmodells Isetta vor, der sich in neuem Gewand Microlino nennt. Alleine 500 Bestellungen gingen auf dem Genfer Autosalon ein, obwohl kurz vorher der Prototyp vom Gabelstapler gefallen war und sich von einer Seite völlig demoliert zeigte. Die Tüftler um Vater Wim Ouboter ließen sich davon jedoch nicht beirren ("Shit Happens" stand an der zerstörten Front), auch wenn der Stromer eigentlich nur als Werbegag gedacht war. Beheimatet ist Wim nämlich in der Produktion von E-Tretrollern.
Doch der deutsche Autokonzern aus München winkte ab, als er das Angebot bekam den E-Flitzer in sein Programm aufzunehmen, obwohl der Isetta den bayrischen Autobauer einst vor dem Ruin rettete. Anfang der 50er nämlich gerieten die Münchner in eine existenzielle Krise. Das Werk in Eisenach war an die Russen gef…

König Stephan von Niedersachsen

Seit nunmehr fünf Jahren sitzt der gebürtige Niedersachse in der hannoverschen Staatskanzlei, als amtierender Ministerpräsident zwischen Ems und Elbe. Bekanntlich hat die Regierung des Landes Niedersachsen auch zwei Posten im VW Aufsichtsrat inne, einen davon besetzt der 59jährige nun seit 2013. In dieser Zeit hat sich Weil scheinbar vom Sozialdemokraten zum Wirtschaftslobbyisten (mit Zitaten wie "Unternehmenswohl ist auch Gemeinwohl") entwickelt, der einfach nicht wahr haben will, dass in dem Unternehmen, an welchem das Land Niedersachsen zu einem Fünftel beteiligt ist, so einiges nicht mehr rund läuft. 
Nun verteidigte er jüngst auch noch, dass man den inhaftierten Audi Chef Rupert Stadler nicht entlassen, sondern lediglich beurlaubt hat. "Wir haben es mit einem Sachverhalt zu tun, bei dem viele Fragen noch offen sind. Da ist es ein Gebot der Fairness, die Aufklärung erst mal abzuwarten", lautet der Tenor, dabei ist längst klar, das Audi mehr als nur tief im Abgas…

"German Tragedy"

Wie ein Experte über die deutsche Autoindustrie denkt.

Ferdinand Dudenhöffer, der einst von der ZEIT als "freundliche Nervensäge der Autoindustrie" gelabelt wurde, ist mehr als nur ein Experte auf seinem Gebiet. Man könnte fast meinen, er ei eine Art Guru, aber dieser Titel wäre wohl selbst ihm zu viel, vielleicht anders gesagt, ein Primus inter pares, unter den Gelehrten, welche sich mit Automobilen und der Produktion beschäftigen. In zahlreichen Interviews hat er sich stets auf den Punkt genau zu Ereignissen in der hiesigen Branche geäußert und es dabei stets vermeiden auch nur ein Blättchen vor den Mund zu nehmen. Opel drohte ihm einst mit Klage, weil er Insolvenz prognostizierte, auch mit dem größten deutschen Automobilclub ADAC steht er auf Kriegsfuß, seit er eine Art Monopolstellung der gelben Engel konstatierte. Nichts desto weniger versucht er stets unvoreingenommen, manchmal auch etwas zu kühl, an die Dinge heranzugehen. Berühmt ist er für seine Geduld, mit welcher…