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Von Rückruf und Geschäftsaufgabe

Was der Juni an neuen Entwicklungen bisher brachte und was er noch bringen könnte. 


Wie an dieser Stelle bereits berichtet, drohte Daimler der Rückruf Hunderttausender Fahrzeuge, nun ist es amtlich. Der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat die Umrüstung von 238.000 Mercedes-Wagen angeordnet. Dies betrifft wie schon im Vorfeld bekannt wurde, die Modelle Vito, aber auch C-Klasse-Fahrzeuge und Geländewagen vom Typ GLC. Ein Ordnungsgeld von 5000 Euro pro zurückgerufenem Fahrzeug wird aber, entgegen der Androhungen von Scheuer, nicht verhängt. Daimler hat gegen die Pläne des BMVI gerichtlichen Widerspruch eingelegt und hofft darauf, so den Hals aus der Schlinge ziehen zu können, denn bisher ist noch nicht bewiesen, dass die Stuttgarter vorsätzlich ein  defeat device in ihren Fahrzeugen eingesetzt haben  und das soll nach Möglichkeit auch so bleiben. Man setzte trotz des Verfahrens auf Kooperation mit dem KBA, so Daimler Chef Zetsche. Die Belegschaft indes sorgt sich um einen möglichen Rattenschwanz, den die Affäre nach sich ziehen dürfte, die Befürchtung liegt nahe, dass sich bisher nur die Spitze des Eisbergs auftut, in Europa sind indes über 700.000 Fahrzeuge von den Unregelmäßigkeiten betroffen. 
Die Opposition sieht im ganzen Prozess nur eine Inszenierung Scheueres, dieser würde den Auto-Bossen lieber blind vertrauen, als tatsächliche Entschädigungen und Hardware-Updates zu fordern. Eine Position, welcher auch die LINKE einhellig zustimmt. Cornelia Ernst meint dazu, "es kann nicht angehen, dass der nächste Fall von systematischem Betrug an den Kund*innen immer noch nicht zum Umdenken bei den Politikvorderen führt, es ist endlich Zeit für einen Wandel."
Bleibt also abzuwarten, wie sich die Sache entwickelt. 

Für das Leipziger Werk der Halber Guss scheint das Schicksal hingegen bereits besiegelt. Für den Automobilzulieferer steht fest, dass das Leipziger Werk bis Ende 2019 schließen muss. Davon wären 750 Beschäftigte betroffen. Diese wollen die Pläne der Prevent-Gruppe, der die Gießerei gehört, nicht hinnehmen, und streiken seit geraumer Zeit, auch diese Woche wieder. Vorausgegangen war ein langer Streit mit Volkswagen um die Konditionen, zu denen die Lieferung von Kurbelwellen, Zylinderköpfen und Kurbelgehäusen erfolgen sollte. Erst vor Gericht konnte eine Einigung erzielt werden, diese sieht allerdings nur eine Übergangszeit bis nächstes Jahr vor, ehe VW sich aus dem Vertrag zurückziehen kann und wird. Damit ist die Auslastung der Fertigung vakant. Um dadurch nicht das gesamte Unternehmen in Gefahr zu bringen, entschied sich das Management für diesen Schritt. 
DIE LINKE findet, dass es absolut unanständig ist, sich wegen massiver Fehler der Unternehmensleitung für einen solchen Schritt zu entscheiden, anstatt die Führungsetage auszuwechseln und neue konstruktive Verhandlungen zu beginnen, entscheidet man sich auf Kosten der Belegschaft für den einfachsten Weg und macht die Produktionsstätte dicht. Wir solidarisieren uns mit den Beschäftigten und hoffen, dass die Verhandlungen zu einem besseren Ergebnis, als der jetzigen Situation, führen werden. 



Die Firma Porsche feiert in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag, normalerweise hat man sich in diesem Alter zu Ruhe gesetzt, doch nicht so die Stuttgarter, sie produzieren fleißig weiter und tüfteln an neuen Modellen. Die Zahlen werden von Jahr zu Jahr besser, bei Gewinn, Umsatz und Absatz. Die Erfolgsgeschichte begann einst mit der Entwicklung des ersten Modells, welches den Namen Porsche trug, der 356er. Den endgültigen Durchbruch schaffte das Unternehmen mit dem noch heute beliebten 911er, heute sind Modelle wie Cayenne oder Macan die Überflieger, welche auch zum Teil in Leipzig produziert werden.
Doch auch das Traditionsunternehmen leidet unter dem Abgasskandal und spielt keinesfalls eine rühmliche Rolle. Nicht nur, dass das in Familienbesitz stehende Tochterunternehmen der VW AG in Sachen transparenter Firmenführung stets eine eher zwielichtige Rolle gespielt hat, nun ist es auch noch, dank der Dieseltechnik von Audi in die Manipulationen der Abgasreinigung verstrickt und musste erst jüngst Fahrzeuge zurückrufen. Auch die Produktion gerät ins stocken, da neue Typengenehmigungen ausstehen und die KFZ nicht ausgeliefert werden dürfen. Der einst so stolze Edelfahrzeugproduzent gerät ins Wanken, ob er fällt wird sich zeigen. in den 2000ern wäre es nach einer gescheiterten Übernahme von VW bereits fast so weit gewesen. Einst retteten die Wolfsburger Porsche, heute könnte die Gefahr ein von dort ausgehen. 

Quellen: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/daimler-rueckruf-111.html; http://www.lvz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Wirtschaft-Regional/Erneut-Warnstreik-bei-Halberg-Guss-in-Leipzig; https://www.welt.de/motor/news/article173138273/Jubilaeum-der-Traumwagenfabrik-70-Jahre-Porsche-Sportwagen.html;  Fotos: Wikipedia

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