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Kein Licht am Ende des Tunnels

Nur wenig Besserung in Sicht: der Kobaltabbau bringt weiter Probleme mit sich, die auch ein deutscher Aktionsplan nicht lösen kann.



weckt Begehrlichkeiten: Cobalt 
"So eine Masse kann Chaos anrichten", sagte ein kongolesischer Minenmanager jüngst einem deutschen Journalisten bei dessen Recherche zu den Bedingungen des Kobaltblaus in der Demokratischen Republik Kongo. Auch wir berichteten an dieser Stelle schon häufiger über die Verhältnisse vor Ort, das Verhalten der Abnehmerunternehmen und der deutschen und europäischen Politik. Mit der Masse meinte er die zig tausenden Bergarbeiter*innen, welche sich Tag für Tag unter schäbigsten Bedingungen und der ständigen Lebensgefahr im Nacken für ein paar Euro in den Minen und an den Schürfstationen ihren Lebensunterhalt verdienen. Doch sie lassen sich nicht mehr wie früher als bloße Ausbeutungsobjekte materialisieren. Mittlerweile haben sich zahlreiche kleine Kooperativen gebildet, in denen sich die zuvor unorganisierten Menschen zusammenschließen und auf eine Durchsetzung des Minengesetztes drängen. Dieses sieht vor, dass besonders ertragreiche Flächen für den Kleinbergbau vorgehalten werden und nicht an die großen transnationalen Konzerne gehen. Nur bei der Umsetzung durch die Regierung hapert es bisweilen noch mächtig, denn die verdient sich mit den Lizenzen für die Unternehmen aus Übersee eine goldene Nase, ohne jedoch die Einnahmen, etwa für kostenlose Schulbildung oder eine verbesserte Gesundheitsversorgung an ihre Bevölkerung umzuverteilen. 
Auch die deutschen Autobauer wissen um die Mängel in Zentralafrika, wo immerhin mehr als die Hälfte der weltweiten Kobaltvorkommen noch unter der Erde verborgen liegen und bereits heute 60% der globalen Fördermenge aus dem Schacht geholt werden. Mit zahlreichen Selbstverpflichtungen haben sie versucht ihre Reputation in punkto ökologisches und soziales Wirtschaften aufzubessern, doch bisher kommen die Bemühungen eher als zahnlose Tiger, denn als wahrhaftige Ambitionen für bessere Lebensbedingungen vor Ort daher. Die Bundesregierung will nun mit dem "Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte" gegensteuern. Der dazu an 1800 große Firmen versandte 30 Seiten umfassende Fragebogen soll Aufklärung darüber leisten, ob sich die bundesrepublikanische Wirtschaft wirklich für die Maßnahmen ihrer Zulieferer zum Schutz von Mensch und Umwelt bei der Förderung von Rohstoffen einsetzt. Sollte sich nach Abschluss der Befragung herausstellen, dass dies beim überwiegenden Teil der Hersteller nicht so ist, dürfte es ein neues Gesetz geben, dass DIE LINKE. schon lange fordert. Es würde den Autobauern die Pflicht auferlegen, die Verantwortung für die Lieferanten in der komplexen supply chain zu übernehmen, die sich eben nicht an die Standards halten. Doch bis dahin dürfte es noch ein weiter Weg sein, obwohl jetzt, trotz der positiven Ansätze die es bereits gibt, dringender Handlungsbedarf besteht. 
Braucht heutzutage jedes:
bis zu 10kg Kobalterz für ein E-Auto
Die Rohstoffförderung und im nächsten Schritt auch die mögliche Weiterverarbeitung ist eine riesige Chance für Afrika und Südamerika endlich aus der Abhängigkeit von westlichen Multis herauszukommen und mit diesen auf Augenhöhe zu verhandeln. Dafür bedarf es aber einer westlichen Entwicklungshilfe die ihren Namen verdient hat. Auch deswegen setzt sich DIE LINKE. seit Beginn der Legislatur dafür ein, dass endlich das Budgetziel des Entwicklungshilfeministerium eingehalten wird und noch darüber hinaus zusätzliche Investitionen getätigt werden, etwa für eine sinnvolle Verwaltung, Infrastruktur und Bildung in den betroffenen Staaten. Das bloße Verbot von Kinderarbeit oder die Einführung von Schutzkleidungspflicht mögen zwar auf dem Papier sinnvoll sein, doch wenn schon die offiziellen Unternehmen sich nicht oder nur lückenhaft daran halten, wie soll es dann erst im informellen Sektor zu merklichen Verbesserungen kommen? Deshalb ist auch die weitere Forcierung des Gewerkschaftsaufbaus ein elementarer Bestandteil, um selbstbestimmtes Arbeiten möglich zu machen, schon aus Gründen der internationalen Solidarität, die für DIE LINKE. natürlich insbesondere für MdEP Cornelia Ernst besonders wichtig ist: "Helfen wir denen, die sich noch mit ausreichend selbst helfen können und bestrafen wir jene, die diesen Umstand gnadenlos ausnutzen.", so die Europaabgeordnete. 
Unterdessen pulsieren die Kobaltadern unermüdlich weiter und alle erfreuen sich daran, nur die Arbeitnehmer*innen müssen sehen wo sie bleiben, daran ändert auch nichts, wenn BMW seinen Bezug von kongolesischem Kobalt vorerst einstellt. 



Quelle: "Ein Rohstoff und sein Preis", J. Gerding DIE ZEIT No. 30 18.7.19; Fotos: Von Alchemist-hp (talk) (www.pse-mendelejew.de) - Eigenes Werk, FAL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11530303; Von Nissan_LEAF_got_thirsty.jpg: evgonetwork (eVgo Network). Original image was trimmed and retouched (lighting and color tones) by User:Mariordoderivative work: Mariordo (talk) - Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Nissan LEAF got thirsty.jpg:, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18091826

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