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Deine Batterie stinkt mir!

Elektromobilität ist nicht per se eine saubere Sache, wenn man die Herstellungsemissionen und die Stromherkunft in die Bewertung einbezieht.



Landläufig wird die Elektromobilität als zukunftsweisende Technologie gepriesen, die die aktuellen Probleme der Umweltverträglichkeit des Straßenverkehrs lösen soll. Nach langem Weggucken sind nun auch Politik und Wirtschaft auf den Trichter gekommen dieser Linie zu folgen und fokussieren ihre Bemühungen im Automobilsektor auf die Transformation von fossilen zu elektrisch betriebenen Fahrzeugen. So weit so richtig könnte man meinen und weitestgehend ist dies auch ein Ansatz den DIE LINKE für nötig hält. Doch reicht diese einseitige Betrachtungsweise nicht aus, um der Komplexität der Sachlage Herr zu werden. 
Emissionen entstehen nicht nur im Fahrbetrieb, sondern auch bei der Herstellung des Antriebs. Für eine herkömmliche Lithium-Ionen-Batterie werden so im Schnitt 15-20t CO2 emittiert, nämlich 150 bis 200kg pro kWh Leistung, welche die Batterie besitzt. Die Berechnungen beruhen auf der Annahme, dass der dafür herangezogene Strommix bei 50 Prozent regenerativer zu herkömmlicher Energie liegt. Sollte die Batteriezellenproduktion allerdings in Ländern wie etwa Polen stattfinden, dass sich aktuell um Förderung bei der EU, für den Aufbau mehrerer Fabriken bewirbt, so würde der Anteil fossiler Energieträger noch deutlich ansteigen und damit auch die bei der Produktion entstehenden Abgase. In Summe bedeutet dies, dass ein E-Mobil erstmal zwei Dekaden auf der Straße fahren muss, um diese schon bei der Produktion freigesetzten Gase in der Bilanz zu kompensieren. 
nicht so sauber: Lithium-Ionen-Akku
Leider geht  diese Rechnung ebenfalls nicht auf, denn auch der für die Aufladung der Batterie verwendete Strom ist keinesfalls aus rein regenerativen Quellen stammend. Mit Recht lässt sich zwar anbringen, dass der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland seit längerem steigt, im Moment hilft dies aber nur den wegfallenden Atomstrom zu kompensieren und nicht die Klimakiller Braun- und Steinkohle. 
Auch die Autoindustrie selber trägt wieder einmal zur Verschleierung der Tatsachen bei und bekommt dabei Schützenhilfe aus der Politik. Sollten die optimistischen Prognosen für das Jahr 2025 Realität werden, so wird der Anteil von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen zehn Prozent des gesamten Autoaufkommens betragen, ungefähr 150 Millionen. Solche und auch Hybridmobile, werden qua Gesetz als s.g. "Nullemissionenfahrzeuge" bezeichnet, obwohl sie genauso Abgase emittieren, nur eben indirekt. Die Automobilindustrie kann diese nun Nutzen, um die Grenzwertüberschreitungen ihrer SUV´s und Geländewagen aufzuwiegen. Ein E-Auto reicht, um die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte, welche von sieben SUV´s überschritten werden, auszugleichen. So wird auch dem Trend zu immer größeren Autos ein schier unbegrenzter Spielraum gelassen. 
noch Verbesserungspotenzial: E-Auto von Nissan
Auf einen Nenner gebracht lassen sich also durch die Förderung der Elektromobilität, so wie sie sich heute gestaltet, diverse Rebound-Effekte beobachten, also Folgen einer Maßnahme die dem eigentlichen Ziel entgegenwirken. Hier wären neben der eben genannten Problematik vor allem die Benachteiligung der Schiene (z.B. aufgrund steuerlicher Begünstigungen) und dem Umstieg von ÖPNV/Fahrrad auf E-Autos zu nennen. Die Zunahme der Fahrzeugquantität wird das Platzproblem zuspitzen. 
Auch die Förderung der für den Akkubau nötigen Rohstoffe ist ein problematischer Bestandteil der aktuellen Diskussion. Hierbei sei aber aufgrund des begrenzten Platzes, auf vorherige Artikel verwiesen, die sich eingehender mit den ökologischen und sozialen Defiziten in diesem Bereich befassen. 
Am Ende steht eine ernüchternde Bilanz, die nur durch einen konsequenten Umschwung in den Gesetzesinitiativen und politischen Leitlinien überhaupt eine Chance auf Besserung erhält. So schließt sich die Europaabgeordnete Dr. Cornelia Ernst den Forderungen des Umwelt- und Prognose-Instituts an, wonach es einen PKW-Anstieg allgemein zu verhindern gilt, fossile Brennstoffe in der Stromerzeugung minimiert werden müssen, eine Verkehrsverlagerung präventiv vorgebeugt werden muss und die Berechnung der Flottenemissionen auf realen, statt Null-Emissionen zu beruhen hat.

Quellen: PROKLA 193, "Elektro-Mobilität, eine ökologische Modernisierung der Automobilität?", A. Hartung; Fotos: Von Claus Ableiter - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3392127; Von Nissan_LEAF_got_thirsty.jpg: evgonetwork (eVgo Network). Original image was trimmed and retouched (lighting and color tones) by User:Mariordoderivative work: Mariordo (talk) - Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Nissan LEAF got thirsty.jpg:, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18091826


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