Direkt zum Hauptbereich

Ein Robotaxi für 2020 bitte.

Ein Start Up aus San Francisco könnte bald alle Konkurrenz überholen - schon 2020 sollen die autonomen Gefährte auf den Markt


Revolutionen gab es in der Geschichte viele - wenige waren erfolgreich, der große Rest ging als Randnotiz in die Annalen ein. Der US-amerikanische Autobauer Zoox, der sich selbst nicht so bezeichnen würde, plant nun einen neuen radikalen Umbruch. Schon 2020, also genau genommen im nächsten Jahr, soll ein rein elektrisch betriebenes, autonomes Fahrzeug die Straßen der Welt erobern. Dafür tüftelt man in San Francisco sogar schon auf vielbefahrenen Straßen und nicht nur, wie etwa deutsche oder amerikanische Konkurrenzunternehmen, auf abgelegenen Parkplätzen und Firmengeländen.
Bei VW zieht sich das Lenkrad immerhin schon bei Bedarf ein
Sie, liebe Leser*innen müssen sich keinesfalls uninformiert fühlen, falls Ihnen der Name obiger Firma noch nie zu Ohren gekommen ist, denn abgesehen davon, dass sie erst seit fünf Jahren existiert und von einem Mann gegründet wurde, der eigentlich aus einer völlig anderen Branche kommt, gibt sie wenig bis gar nichts von sich preis. Die Strategie besteht vor allem darin so lange wie mögliche etwaige Erfolge in der Entwicklung des Mobiles unter Verschluss zu halten und erst am Ende des Prozesses, wenn alles wasserdicht ist, an die Öffentlichkeit zu treten. Es sei denn sie kommen mit einem dicken Bündel Geld um die Ecke, dann könnte es durchaus möglich sein, einen Blick hinter den Vorhang zu werfen, welcher sich in der Firmenzentrale befindet. Zu Gesicht bekommen soll man laut Aussage des Unternehmens ein noch nie da gewesenes Konstrukt völliger Symmetrie (damit kann es beliebig nach hinten und vorne fahren). 
Spinner!, würden da die ein oder anderen rufen, doch im Metier werden die Entwickler*innen aus Kalifornien durchaus ernst genommen. Es gelang ihnen innerhalb kürzester Zeit nicht nur eine Unmenge an Geld einzusammeln, sondern auch noch renommierte Ingenieur*innen für ihr unterfangen von anderen großen Unternehmen abzuwerben. Auch Deutsche sind mittlerweile im Team verhaftet. Ein weiterer Erfolgsgarant ist die Exklusivität, mit der Zoox durch San Franciscos Straßen rollt, denn die Pioniere sind bisher die einzigen, welche offiziell mit autonomen Fahrzeugen verkehren dürfen (momentan jedoch noch mit Sicherheitsfahrer*in). So gibt es wohl keinen prädestinierteren Ort für die Meisterprüfung des Fahrsystems, als die vollgestopften, engen und unübersichtlichen Straßen der Mega-Metropole. 
Auch Google fährt diesmal nur hinterher
Während Google Tochter Wyma wenigstens schon annähernd messbare Ergebnisse auf die Straße bringt, sieht es bei den hiesigen Herstellern finster aus. BMW und Daimler verkündeten zwar jüngst eine Kooperation in puncto autonomes Fahren, doch haben beide Schwierigkeiten selbst System der Stufe 3 und 4, also Assistenzsysteme, bei denen noch ein Lenkrad im Wagen ist, auf die Straße zu bringen. Sogar Spurhalteassistenten sind ein scheinbar unlösbares Problem. Wie da noch eine technologische Führerschaft angestrebt werden soll und kann bleibt äußerst fraglich. Während man in der Bundesrepublik jede neue Schraube als großen Wurf feiert, geben sich die Zoox-Gründer bescheidener, das Firmenlogo prangt nur dezent auf den Toyota-Testwagen, in denen die Technik derzeit noch verbaut ist und auch ansonsten lässt man ganz Resultate für sich sprechen.
Noch ist die Ausgestaltung des Innenraums strittig, ob nun Büro, Couchlandschaft oder Mini-Pool, alles ist möglich, wenn es keinen Fahrer*innenraum mehr braucht, momentan ist dort wo später Tätigkeiten aller Art nachgegangen werden soll, noch Technik über Technik. 
Ein Problem, so wird offenkundig, haben denn doch alle Hersteller gleichermaßen, die Algorithmen müssen auch auf menschliche Tätigkeiten reagieren, wie das ist die große Frage.


Quellen: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bmw-daimler-autonomes-fahren-1.4348666; https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/zoox-autonomes-fahren-1.4353757; https://www.sueddeutsche.de/auto/zoox-robotaxi-san-francisco-1.4373941; Fotos: Von Michael Shick - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44405988; Von Matti Blume - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=67258828

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Luft rauslassen

Die Automobile Welt in der Post-Corona-Zeit oder doch noch mittendrin. Mit jedem einzelnen der 5400 Beschäftigten, geht das Leipziger BMW-Werk wieder an den Start. Bilder wie beim Fleischverwurster Tönnies will die Betriebsleitung hier unbedingt vermeiden. Deshalb setzt der Chef des sächsischen Werkes auf umfangreiche Schutzmaßnahmen, so etwa 100 Meter Plexiglasscheiben, die sich über das gesamte Werk verteilen. Dazu kommen ein verkürztes Zwei-Schicht-System und ausreichend Abstand zwischen den Mitarbeitenden. Das hat zur Folge, dass im Moment statt den üblichen über 1000 Fahrzeugen nur 650 vom Band rollen. Die wirkliche Ursache liegt jedoch nicht in den Hygieneregeln, sondern darin begründet, dass der Absatz bei BMW um die Hälfte eingebrochen ist und das weltweit. Wann es wieder bergauf geht, kann noch nicht gesagt werden. Es hängt sicher auch von der Wirksamkeit des von der Bundesregierung beschlossenen Elektroauto-Konjunkturpakets ab.  BMW in Leipzig: Jetzt wieder mit ...

Rohrkrepierer

Vor dem Bundesgerichtshof bekommt VW ein gerechtes Urteil im Dieselskandal - die letzte Instanz einer Odyssee  Ort der Entscheidung: Gerichtssaal in Karlsruhe Er wollte mit seinem 2014 gekauften VW Sharon eigentlich seine Rente genießen, stattdessen klagt Herbert Gilbert seit Jahren gegen den größten Autobauer der Welt und ist nun in letzter Instanz vor den Bundesgerichtshof gezogen. Anfang Mai begann der Prozess, von dem sich alle Expert*innen einig waren, dass er Signalwirkung für die 60.000 noch offenen Verfahren gegen VW in der Causa Dieselgate haben wird.  Nur vier Wochen später verkündeten die Richter*innen des 6. Senats ihr Urteil. VW habe sittenwidrig gehandelt und das Kraftfahrtbundesamt beim Stellen des Zulassungsantrags arglistig getäuscht. Dem Kläger stehe der volle Kaufpreis von 31.000 Euro abzüglich eines Nutzungsersatzes zu. So könnte sich der Rentner über mehr als 25.000 Euro freuen, müsste dafür allerdings seinen Wagen zurückgeben. Die Wolfsburger...

Fahrerloser Fahrspaß.

Wie autonomes Fahren die Welt der Mobilität verändert. In manchen Teilen Deutschlands ist die Zukunft schon real. So fahren zum Beispiel selbstfahrende Kleinbusse auf Werksgeländen umher und transportieren die Firmenmitarbeiter*innen von Halle zu Halle. Dass dies jedoch noch nicht wirklich das Gelbe vom Ei zu sein scheint, muss wohl jedem klar sein. So kommen die Fahrzeuge über 20km/h nicht hinaus und müssen ständig überwacht werden, damit auch ja kein Schaden für Mensch und Mobil entsteht. Doch 2030, so die Prognose führender Entwickler*innen könnte es dann schon soweit sein, dass diese Art von Fahrzeugen serienfähig wird. Bei dem Wettrennen um genau dieses Ziel sind neben den altgedienten Fahrzeugbauern auch Tech-Firmen wie Google, Apple oder Tesla mit von der Partie. Wenn man sich auf eine Reise ins Silicon Valley begibt, kann man die ersten Prototypen des autonomen Google-Autos schon betrachten. Was mal ein herkömmlicher Toyota-Lexus war, ist nun ein Roboter, voller Hochleistung...