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Brum Brum war gestern

Das Auto hatte seine Zeit, wie es danach weiter geht, ist ungewiss - eine Bestandsaufnahme 



Wie sagte Kaiser Wilhelm II. einst noch: "Ich glaube an das Pferd. Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung.", nun die Monarchie und Wilhelm II. als deren personale Inkarnation sind längst verschwunden, Pferde gibt es immer noch, allerdings eher als sekundäres Fortbewegungsmittel, doch das Auto hat sich durchgesetzt. Vom Luxusgut der Oberklasse, entwickelte es sich in den 50er Jahren vor allem in der westlichen Welt zum Massenphänomen der Mittelschicht. Ob VW Käfer in der BRD oder Trabant in der DDR, überall sehnte man* sich nach dem Statussymbol von Moderne und Individualität, auf der einen Seite der Mauer konnte der Weg dahin schon mal 20 Jahre dauern, auf der anderen Seite ging es wohl schneller. Allen Menschen gleich war aber die affirmative Konnotation des Vehikels. In den darauffolgenden Jahrzehnten gelang es - vor allem deutschen - Ingenieur*innen - die Technologien der Verbrennungsmotoren immer weiter zu verbessern und so umweltfreundlicher, leiser, effizienter, störungsfreier und was nicht noch alles, zu machen. 
Bald tummelt sich wohl nur noch eine*r im Auto
Doch bekannt ist auch, dass alles mal ein Ende hat und nichts unendlich weiterentwickelt werden oder wachsen kann. Manch einem in der Konzernspitze von Volkswagen oder Daimler mag das noch nicht bewusst geworden sein, was vielleicht auch an der dort vorherrschenden Generation liegt, für die das Kraftfahrzeug (aus meiner Perspektive einer der schönsten deutschen Vokabeln) eben jene Attribute aufkommen lässt, die oben beschrieben wurden. Die Realität stellt sich in der Zwischenzeit dennoch anders dar. Strenge Grenzwerte in der EU oder den USA, verstopfte Straßen, Verkehrsunfälle, trotz gestiegener Sicherheit der Mobile, neue Denkweisen in der Bevölkerung und viele weitere Aspekte, lassen die Unumstößlichkeit des lange glorifizierten Autos ins Wanken geraten. 
Plötzlich stehen auf den Bürgersteigen der Republik Tretroller, die dem gestressten Businessmenschen den Weg zum nächsten Termin erleichtern sollen und doch nur für noch mehr Chaos und Ressourcenverschwendung sorgen. Da sind die vielen Leihfahrräder in den Städten schon eine bessere Idee, leider liegen diese aber viel zu oft kaputt im Straßengraben, anstatt von Pedalist*innen in drehende Bewegung versetzt zu werden. Wer es dann doch klassisch mag, greift zum Carsharing, nur sind die Angebote meist teuer und die Wege zur nächsten Leihstation fast länger als der Weg zum Baummarkt, für den das Fahrzeug eigentlich vorgesehen war. Wer bei Clevershuttler oder Uber einsteigt, vermiest dem Taxigewerbe das Geschäft und gefährdet Arbeitsplätze. 
Stolzer Besitzer einer Kutsche.
Klingt alles wenig ausgegoren, wir wissen jedoch aus Erfahrung - aller Anfang ist schwer und nicht jeder Weg führt zum Ziel. Da kann man* mit dem teuer erstandenen Elektroflitzer schon mal auf der Autobahn verenden, wenn keine Ladesäule weit und breit Saft liefert, um sich ans rettende Ufer zu manövrieren. Vielleicht geht ja aus Alt auch Neu, wie es das französische Unternehmen Transition-One nun probieren will. Für (im Vergleich zum E-Neuwagentatsächlich) schlappe 5000 Euro, will man* dort aus Dieselfahrzeugen emissionsneutrale E-Mobile machen. So ist es das Ziel des Firmengründers Aymeric Libeau, den Umstieg auch für diejenigen zu ermöglichen, welche nicht gerade im Lotto 5 Richtige getippt haben, oder einfach kein Lotto spielen. Den Job übernehmen könnten dann alle, die bisher im traditionellen Autobau beschäftigt sind und sich dann sozusagen ihr eigenes Grab schaufeln. Denn sind einmal alle auf Elektro oder Wasserstoff umgestiegen, dann werden deutlich weniger Arbeitsschritte in der Produktion benötigt als das bisher der Fall war. Ob sich das Retrofitting durchsetzt, bleibt abzuwarten, Wissenschaftler*innen jedenfalls meinen dazu, dass technisch auch ein Einkaufswagen zum E-Auto umgerüstet werden könnte. Eine Überlegung wert wäre es allemal. 



Quellen: https://www.spektrum.de/magazin/ein-nachruf-auf-das-auto/1661436; https://futurezone.at/start-ups/start-up-baut-fuer-5000-euro-diesel-fahrzeuge-zum-e-auto-um/400566224; Fotos: Von Joadl - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 at, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22381214; Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F038788-0014 / Schaack, Lothar / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5455620

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